Wie funktioniert der Wankelmotor?

Der Ro 80 mit Wankelmotor war in den 70er Jahren ein Hingucker. Seine aerodynamische Form machte Autogeschichte, sie gilt bis heute als innovatives Vorbild für die Formensprache moderner PKW. Doch wirklich revolutionär war der Antrieb. Kein gewöhnlicher 4-Zylinder-Motor, sondern ein Rotationskolbenmotor.

Zehn Jahre lang produzierte NSU (später: Audi) diese Limousine, allerdings ohne großen Absatzerfolg. Nur wenig mehr als 37.000 Ro 80 wurden produziert. Heute sind gut erhaltene Ro 80 heiß begehrte Oldtimer. So wie seine erfolgreichere Schwester, die DS 21 von Citröen.

Wie funktioniert der Wankelmotor?

Der Wankelmotor, genannt nach seinem Erfinder, dem deutschen Ingenieur Felix Wankel (*1902 – † 1988), ist ein Rotationskolbenmotor. Wie der Name besagt, wird bei diesem Motor die Verbrennungsenergie direkt in Drehbewegung umgewandelt.

Die Verbrennung erfolgt wie bei einem 4-Takt-Otto- oder Dieselmotor: Ansaugen – Verdichten – Zünden – Ausstoßen. Doch dies geschieht nicht in einer Auf-und-Ab-Bewegung des Kolbens im Zylinder, sondern durch die Drehbewegung des Kreiskolbens. Dieser hat die Form eines leicht bauchigen Dreiecks und dreht sich im Arbeitsraum, der aus drei Kammern besteht. Der Wankelmotor hat einige Vorteile:

  • Hohe Leistung bei einer geringen Größe. Der Ro 80 hatte bei knapp 1.000 cm³ eine Leistung von 115 PS. In den frühen 70ern wurden solche Leistungswerte nur von doppelt so großen Motoren erzielt.
  • Der Kreiskolbenmotor hat weniger bewegliche Teile, was das Leistungsgewicht erhöht und den Platzbedarf reduziert. Auch kann er mit Autogas problemlos betrieben werden.
  • Er läuft ruhiger als die bekannten Ottomotoren und hat eine gleichmäßigere Drehmomentkurve. Er ähnelt in Laufruhe und Laufkultur eher einem Elektromotor als einem typischen Verbrennungsmotor.

Warum wurde der Wankelmotor kein Erfolg?

Trotz seiner eindeutigen Vorteile gegenüber herkömmlichen Motoren hat sich der Kreiskolbenmotor im Automobilbau nie wirklich durchsetzen können. Er hat nämlich auch Nachteile:

  • Der Benzinverbrauch ist deutlich höher als bei konventionellen Motoren.
  • Seine Abgaswerte sind sehr hoch. Vor 40 Jahren war das kein Thema, heute aber ein No-Go bei der EU-Zulassung.
  • Es gab im Alltagsbetrieb immer wieder Dichtigkeitsprobleme, die zu Motorschäden führten. Angeblich grüßten sich damals Ro-80-Fahrer mit hoch gehaltenen Fingern. Die Zahl der Finger zeigte die Anzahl der ersetzten Motoren.

Wird der Wankelmotor heute noch verbaut?

Im PKW-Bereich verbaut nur noch Mazda den Wankelmotor. Unter der Haube der RX-Sportwagen-Serie arbeitete immer ein Kreiskolbenmotor. Wegen der verschärften EU-Abgasnorm Euro 5 stellte Mazda aber den Export des letzten Modells, des RX-8, nach Europa Ende 2011 ein.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *